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Luftwaffen-Chef bietet Rücktritt nach Selbstmord einer Offizierin an


Der Stabchef der Luftwaffe sagte am Freitag, dass er wegen des kürzlichen Selbstmords einer Offizierin, die sich Berichten zufolge aufgrund einer sexuellen Belästigung durch einen anderen Offizier das Leben genommen hatte, von seinem Posten zurücktreten wird.


General Lee Seong-yong, Stabschef der Luftwaffe, schickte am Nachmittag eine SMS an Reporter, in der er sagte, dass er "die schwere Verantwortung für die jüngste Situation übernimmt und beschlossen hat, ab Freitag zurückzutreten".


Präsident Moon Jae-in sagte am Freitag, dass er damit einverstanden sei, dass Lee zurücktreten wird. Der Rücktritt wird nicht sofort bearbeitet, damit Lee als Angehöriger des Militärs sondiert werden kann.


Lee sprach der Verstorbenen und ihrer Familie sein Beileid aus. Er entschuldigte sich auch beim Volk für diesen Vorfall.


Der Rücktritt von Lee, der erst im September 2020 zum Stabschef der Air Force ernannt wurde, erfolgte nur einen Tag, nachdem Moon eine gründliche Untersuchung der Luftwaffe wegen ihres Umgangs mit Fällen sexueller Belästigung angeordnet hatte.


Nach Angaben des Verteidigungsministeriums erhielt Lee am 14. April, 43 Tage nach dem mutmaßlichen Verbrechen, eine Anzeige wegen eines sexuellen Übergriffes. Die Luftwaffe saß jedoch mehr als einen Monat an diesem Fall, offenbar ohne Ergebnisse. Lee informierte Verteidigungsminister Seo Wook am 25. Mai, nachdem das Opfer Selbstmord begangen hatte.


Der Vorfall spielte sich so ab. Ein weiblicher Feldwebel der Luftwaffe, die auf einem Stützpunkt in Seosan, South Chungcheong, stationiert war, nahm sich am 22. Mai das Leben. Obwohl sie bei ihrer Einheit eine Beschwerde einreichte, dass sie nach einem Arbeitsessen im März von einem männlichen Hauptfeldwebel sexuell belästigt worden war, fanden keinerlei Ermittlungen statt, sagte ihre Familie. Die Luftwaffe versuchte angeblich, den Fall zu vertuschen, und forderte das Opfer auf, sich mit dem Täter zu versöhnen. Dass von einer Behörde ernsthaft gefordert wird, das Opfer einer sexuellen Straftat möge sich doch bitte mit dem Täter versöhnen, zeugt von der weltfremden Haltung dieser Behörde.


Die Familie hat am Montag eine Petition auf die Blue House-Website hochgeladen, in der eine offizielle Untersuchung ihres Todes und der sexuellen Belästigung gefordert wird. Die Petition hat bis Dienstag über 217.000 Unterschriften gesammelt und damit die Quote für eine Antwort des Präsidenten überschritten.


Einen Tag, nachdem Moon sein Beileid ausgesprochen und eine gründliche Untersuchung angeordnet hatte, durchsuchte die Militärstaatsanwaltschaft am Freitag die Polizei der Luftwaffe, die zuerst den Bericht über sexuelle Belästigung des Feldwebels bearbeitet hatte.


Dies ist das erste Mal, dass die Staatsanwaltschaft des Nationalen Verteidigungsministeriums eine Razzia durchführte, seit sie am Dienstag die Ermittlungen darüber eingeleitet hatte. Die Frage ist, wie hatte die Einheit der Luftwaffe diesen Fall gehandhabt und wie wurde von ihr das Opfer behandelt.


Die Militärstaatsanwaltschaft hat den mutmaßlichen Täter, einen Hauptfeldwebel, am Mittwoch wegen sexueller Nötigung festgenommen.