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Südkorea ist nicht Afghanistan

Afghanistan zeigt Notwendigkeit, dass Südkorea die Kontrolle über die eigenen Truppen erhält.

Der Rückzug der USA aus Afghanistan unterstreicht die Notwendigkeit, dass Südkorea in Kriegszeiten schnell die operative Kontrolle seiner Truppen aus den Vereinigten Staaten sicherstellen muss, sagte ein Führer der regierenden Demokratischen Partei am Mittwoch.


Die Niederlage der afghanischen Regierung nach dem Abzug der US-Streitkräfte hat in Ländern wie Taiwan und Südkorea Debatten über die Stärke des amerikanischen Engagements entzündet. Seit dem Koreakrieg (1950-1953) obliegt im Kriegsfalle die Autorität über hunderttausende südkoreanischen Soldaten faktisch dem US-Militär und seinen 28.500 Truppen im Land.


Der südkoreanische Präsident Moon Jae-in hat die „operative Kontrolle“ oder OPCON dieser gemeinsamen Streitkräfte zu einem wichtigen Ziel seiner Regierung gemacht. Aber Verzögerungen bei der COVID-19-Pandemie und anderen Problemen scheinen dies in ihrem Verbleiben unmöglich gemacht zu haben. "Wir müssen die Afghanistan-Krise als Chance nutzen, die Selbstverteidigungsfähigkeiten durch einen OPCON-Transfer zu stärken", sagte Song Young-gil, ein Abgeordneter und Vorsitzender von Moons Demokratischer Partei, im Titel eines Facebook-Posts.


Das Bündnis zwischen Südkorea und den USA sei notwendig, um nicht nur gegen Nordkorea zu kämpfen, sondern auch um das Gleichgewicht der Macht und den Frieden in Nordostasien aufrechtzuerhalten, sagte Song. "Aber wir müssen auch die Haltung haben, kooperative Selbstverteidigung zu fördern, so dass wir unser Land selbst verteidigen können. Deshalb müssen wir den OPCON-Transfer in Kriegszeiten so schnell wie möglich übernehmen", fügte er hinzu.


Songs Post zielte auf eine Twitter-Nachricht des US-Kolumnisten Marc Thiessen am Montag ab, in der er Südkorea mit Afghanistan verglich. Thiessen behauptete, dass die südkoreanischen Streitkräfte bei einem anhaltenden Angriff ohne US-Unterstützung genau so schnell zusammenbrechen würden.


Song sagte, es sei verleumderisch, Südkoreas fortschrittliches Militär und seine Wirtschaft mit Afghanistan zu vergleichen. Er fügte hinzu, dass der Süden gut gerüstet sei, um dem verarmten Nordkorea entgegenzutreten.


Auch die frühere US-Außenministerin Condoleezza Rice nannte Südkorea als Beispiel dafür, wie ein längerer US-Truppeneinsatz in Afghanistan hätte helfen können. In einem Kommentar in der Washington Post am Mittwoch argumentierte sie, die US-Präsenz sei ein "Eingeständnis, dass selbst die hoch entwickelte südkoreanische Armee den Norden allein nicht abschrecken kann".