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Covid-19 trifft Asien nochmals

Die Japan Times berichtete, dass Covid-19 wieder nach Asien zurückgekehrt ist und verheerende wirtschaftliche Verwüstungen hinterlassen könnte. Dem Artikel zufolge entwickelt sich Südostasien zu einer der am stärksten betroffenen Regionen der Welt und hat kürzlich Lateinamerika mit der höchsten wöchentlichen Sterblichkeitsrate überholt.


Vor einem Jahr brachte Covid-19 die USA und Europa durcheinander, während die schnelle Eindämmung in der asiatisch-pazifischen Region die Welt neidisch machte. Nun ist Covid-19 zurück, und die Behörden von Seoul bis Sydney führen neue wirtschaftshemmende Beschränkungen ein. Die niedrigen Impfraten machen die Bevölkerung anfällig auf die neue Virusvariante.


Dabei steht die Verschlechterung der Aussichten sowohl bei der Viruseindämmung als auch beim Wirtschaftswachstum im Vordergrund. Im Gegensatz zu den westlichen Volkswirtschaften, wo hohe Impfraten die Auswirkungen der Deltavariante abschwächen und die Wiederherstellung der Reisefreiheit voranschreitet, beschreitet Südostasien den Weg zurück zu den Beschränkungen.


Da die Zahl der Todesfälle gering ist, gehören Behörden in Südkorea, Japan, Australien und Neuseeland zu denen, deren Impfstoffeinführung hinterherhinkt. Die Impfraten in diesen Ländern gehören mittlerweile zu den untersten 10 der 38 OECD-Mitgliedstaaten. Alle außer Neuseeland wurden vom Delta betroffen. Australien wurde besonders hart getroffen. Dort versechsfachten sich die Infektionen im letzten Monat. Ich Südkorea und in Japan wurde ein Anstieg von 300 % festgestellt.


„Die aktuelle Deltawelle in Asien könnte die Produktionsnetzwerke weiter durcheinanderbringen“, sagte Frederic Neumann, Co-Leiter der asiatischen Wirtschaftsforschung bei HSBC Holdings PLC in Hongkong. Derzeit werden in Asien wieder Fabriken zeitweise geschlossen, Lieferketten sind somit unterbrochen, und das Weihnachtsgeschäft könnte einen herben Dämpfer erleiden.



In China hat es Covid-19 geschafft, die wirtschaftlichen Risiken für das zweite Halbjahr zu verschärfen. Eine Abschwächung von Exporten und Investitionen gilt als wahrscheinlich. Die Sitzplatzkapazität der Fluggesellschaften in China ist gegenüber der Vorwoche um 10 % gesunken, und Reisebuchungsseiten meldeten einen Anstieg der Stornierungen.


In Südkorea sind nur 14 % der Bevölkerung vollständig geimpft worden. In den letzten zwei Monaten sind 30 % der 205.000 Fälle aufgetreten. Man geht davon aus, dass Präsident Moon Versammlungen von mehr als zwei Personen wieder verbieten wird. Die Bank of Korea hält an ihrem Optimismus unbeirrt fest und geht davon aus, dass sich die Wirtschaft des Landes nach wie vor auf Erholungskurs befindet.



Ähnlich verhält es sich in Australien, wo die Zentralbank an ihren Plänen festhält, die wöchentlichen Anleihekäufe zu reduzieren, obwohl sie einräumt, dass das BIP in diesem Quartal so gut wie sicher schrumpfen wird.